Wasserschaden in der Mietwohnung: Wer zahlt für die Renovierung?

Wenn ein Wasserschaden auftritt, dann ist vor allem schnelles Handeln gefragt. Das Wasser muss gestoppt werden, und dabei zählt jede Sekunde. Sobald aber der Haupthahn geschlossen oder die Heizung abgeschaltet ist, müssen die Versicherung informiert und die Schäden dokumentiert werden. Wenn eine Mietwohnung betroffen ist, hat der Mieter außerdem die Pflicht, den Eigentümer schnellstmöglich über den Wasserschaden in Kenntnis zu setzen.

Sichtbare Schäden sollten am besten fotografiert werden, um die Geltendmachung der Ansprüche bei den verschiedenen Versicherungen zu erleichtern. Die Regulierung des Schadens am Hausrat geht zumeist schnell und relativ unbürokratisch über die Bühne. Doch wer kommt für die Renovierung der Wohnung auf? Generell hat der Mieter Ansprüche gegenüber dem Vermieter, und zwar unabhängig von der Frage, wer den Wasserschaden verursacht hat. Denn mit dem Abschluss des Mietvertrags und der Zahlung der Miete kann der Mieter eine Wohnung in ordnungsgemäßem Zustand verlangen. Diese Beschreibung trifft auf eine Behausung mit feuchten Wänden und Böden nicht zu. Der Vermieter ist also in der Pflicht, sein Eigentum schnellstmöglich wieder in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen. Diese Auslagen kann er sich dann von der Gebäudeversicherung erstatten lassen.

Experten empfehlen, eine detaillierte Auflistung aller Schäden mit Fotos schriftlich beim Vermieter einzureichen und um Behebung zu bitten. In der Rechtsprechung wird dafür eine Frist von zwei Wochen für angemessen gehalten. Wird der Vermieter in dieser Zeit nicht tätig, lässt er die Frist also verstreichen, darf der Mieter selbst aktiv werden, Handwerker beauftragen und vom Vermieter Schadenersatz verlangen.

Auch Mieter haben allerdings im Zusammenhang mit einem Wasserschaden Pflichten. So müssen sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür sorgen, dass der Schaden möglichst gering bleibt. Dazu gehört zum Beispiel, dass noch nicht in Mitleidenschaft gezogene Möbel in Sicherheit gebracht werden, ehe sich das Wasser weiter ausbreitet. Wer gegen diese so genannte Schadensminderungspflicht verstößt, riskiert seine Ersatzansprüche.